Arzt – Symptomatik orientiert? Oder doch lieber Alternativ?

In meinem Bekanntenkreis gibt es viele Befürworter der alternativen Heilmethoden. Mir ist dabei aufgefallen, dass bei Gesprächen immer wieder der Ärztestand in einem sehr schlechten Licht dargestellt wird. Kommentare wie z.B. den Ärzten fehlt der Ganzheitliche Ansatz oder Ärzte arbeiten nur an den Symptomen, aber gehen nicht auf der Ursachen Grund ein, etc. fallen da sehr schnell.
Ich bin da eher der Typ Mensch der sehr dankbar für die Arbeit der Ärzte ist. Die Ärzte die ich kenne, opfern sehr viel Zeit für ihren Beruf, Menschen zu helfen. Die Ärzte die ich kenne, sind immer zu 100% da. Und was mich auch immer wundert, sie sind selbst selten Krank. Ich habe meinem Hausarzt gefragt wie er das macht. Er meinte nur, dass es die Jahrelange Abhärtung ist. Da wären wir auch schon beim Thema: Ärzte sind keine Wunderheiler.
Was machen dann Ärzte? Sie arbeiten an erster Stelle mit etwas ganz besonderem, mit unseren tollen Selbstheilungskräften. Dazu muss man etwas Grundlegendes verstehen. Wie entstehen Krankheiten.
Infektionskrankheiten:
Bakterien, Pilze oder Viren dringen in unseren Organismus ein und vermehren sich dort. Je nachdem wie das Verhältnis zwischen Keimen und dem Immunsystem des Menschen ist, schafft die körpereigene Abwehr die Vermehrung schneller oder auch langsamer zu stoppen, oder wenn die Keime zu aggressiv sind, auch daran zu scheitern.
Wie kann uns ein Arzt nun hier helfen?
Bei Bakteriellen Infektionen hat ein Arzt wirklich ein sehr gutes Mittel Antibiotika
Aber wie wir alle wissen, kann auch Antibiotika nicht zwischen den guten und den schlechten Bakterien in unserem Organismus unterscheiden. Deswegen wählt ein Arzt nur in wirklich wichtigen Fällen dieses fast schon Wundermittel.
Hier will ich nochmal betonen, dass es nur ein einziges Wundermittel gibt, das zwischen schlechten und guten Keimen unterscheiden kann, und zwar ist das unsere famose körpereigene Abwehr. Und genau auf die baut unser Arzt. Aber er lässt uns nicht ganz allein mit unserem Immunsystem. Damit wir nicht unnötig leiden, hilft er uns bei unseren Symptomen. Z.B. hat er wirklich gute Mittel die Fieber senken, Schmerzen lindern, Entzündungen hemmen, uns helfen beim Abhusten oder Schleimhäute abschwellen lassen, er hat sogar Mittel die uns beim Erbrechen helfen oder bei Durchfall,….
Dennoch gibt es Erreger die stärker sind als unser Immunsystem. Und weil ein Arzt noch kein Wundermittel gegen Viren hat, außer unsere famose körpereigene Abwehr. Versucht er diese vor einer Ansteckung zu aktivieren. Ja, ganz klar, Impfungen. Denn Schutz vor Ausbruch einer Krankheit ist, wünschenswerter als die Krankheit in vollen Zügen durchmachen zu müssen. Schließlich wissen wir ja jetzt nun, dass es keine Zauber-Heilmittel gegen Keime gibt. Wie denn auch? Habt ihr schon mal eine Flüssigkeit oder ein Pülverchen gesehen, was so weit denken kann, dass es zwischen dem Gewimmel der Mikroben, die 90% unseres Körpers ausmachen, unterscheiden kann, was jetzt eine gute Bakterie ist oder die richtige Nukleinsäure/DNA aus der Viren bestehen? Sieht ehrlich alles ziemlich ähnlich aus, und selbst wir kennen nicht mal alle, obwohl es viele Menschen gibt, die fleißig jeden Tag durch ein Mikroskop gucken. Und der Mensch hat im Gegensatz zu Pülverchen und Flüssigkeiten einen Vorteil, er kann sehen und denken.
Aber eben er kann durch Impfen seine Abwehr schulen. Bei der Impfung wird eine geringe Dosis von den Krankheitsauslösenden Bakterien und Viren in den Körper gegeben. Diese Einzeller und DNA (Viren) sind uns bekannt und erforscht.
Wie ich Anfangs schon beschrieben habe, ist hier das Verhältnis von Keimen zum Immunsystem in einem glücklichen Verhältnis. Und zwar so, dass ein normal gesunder Mensch keine Symptome (oder sehr gering) entwickelt, aber sein Immunsystem lernen kann. Und zwar teilweise Lebenslänglich, wie es in Zukunft auf diese Keime reagieren kann, damit keine erneute Ansteckung möglich ist.
Wie gesagt, das Beste mit dem unser Arzt arbeiten kann, sind unsere Selbstheilungskräfte – oder auch anders gesagt unser Immunsystem. (Ich kann es nicht oft genug betonen!)
Infektionskrankheiten sind nicht die einzigen Krankheiten. Leider haben wir auch mit etwas viel schlimmeren zu kämpfen: z.B. Krebs
Zum Thema Krebs kann ich wenig schreiben, denn das ist ein Gebiet mit dem ich mich noch kaum beschäftigt habe. Eins steht fest, bei Krebs kann man nur Radikal vorgehen. Es gibt die Möglichkeit der manuellen Entfernung, Bestrahlung oder Chemotherapie.
Die Hoffnung, dass man sein Immunsystem so mit den Gedanken lenken kann, dass der Körper es schafft allein gegen den Krebs anzukämpfen, ist ein kleiner Wunschtraum. Denn wenn dein Immunsystem es schaffen würde, den Krebs zu besiegen, also schon durch deine Gedanken gelernt hätte wie er aussieht, dann hättest du jetzt nicht die Diagnose Krebs! So ganz einfach ist das. Zu hoffen, du könntest in der kurzen Zeit, die dir noch bleibt, es schaffen zu lernen. Also zu lernen wie du dein Immunsystem bewusst steuern kannst, also ihm erzählen kannst, wie was aussieht und was es dann machen soll. Ist auch ein Wunschtraum denken. Und wer hätte da bessere Karten mit seinen Gedanken dem Immunsystem zu erklären, wie Krebs aussieht und wie es den wieder los wird als Ärzte? Und dennoch sind auch Ärzte nicht vor Krebs geschützt. Im Gegenteil, mein Onkel (Kinderarzt) ist sogar schneller als man schauen kann, dem Krebs erlegen. Und das obwohl er sich ja nun doch 100mal besser damit auskannte als ich. Also auch er konnte seinem Hirn nicht erklären, wie Krebszellen aussehen und was sein Körper dagegen machen kann.
Fakt ist, wer seinen Krebs früh entdeckt und mit der heutigen Medizin dagegen ankämpft, hat gute Heilungschancen. Wer meint er müsste erst mal noch experimentieren, hat oft seine Chancen vertan.
Auch zu hoffen mit Radikalen natürlichen, nicht in Deutschland anerkannten Mitteln, gegen den Krebs vor zu gehen, birgt Risiken. Warum die Gefahr von Verstümmlung in Kauf nehmen, wenn vielleicht der Krebs nicht gezielt getroffen wird? Und dann, wie lange dauert diese Methode? Welche Schmerzen sollst du allein derweil zu Hause leiden, weil du dich gegen die „Schulmedizin“ (Ich mag das Wort nicht!) entschieden hast?
Wäre es nicht einfacher, in einer kurzen OP (die max. ein paar Stunden dauert und nicht wochenlang), gezielt das bösartige Gewebe zu entfernen? Um dann schnell mit einer mittlerweile gut erforschten Keule, dem ganzen den Kampf anzusagen?
Keine Frage OP, Chemo, Bestrahlung, etc. sind heftig.
Deswegen wird ja auch daran geforscht, was man tun kann, um Krebs überhaupt zu vermeiden. Bzw. um ihn immer früher zu entdecken.
Hier haben die Ärzte wirklich ein paar Möglichkeiten, die man beim Heilpraktiker nicht finden wird. Sie haben die neueste Technik, mit der man sehr viel im Körper überhaupt erstmal sichtbar machen kann. Und zwar wirklich sichtbar. (Röntgen, MRT, Endoskope, Mammographie,…..)
Und mittlerweile gibt es auch schon Impfungen, da man einzelne Krebsarten so erforscht hat, das man weiß wie sie entstehen. Diese Krebsarten entstehen durch unsere beliebten Viren, gegen die, wie ich schon erwähnt hatte, kein Kraut gewachsen ist. Aber wie ich ebenfalls schon erwähnt hatte, wir etwas ganz famoses mit in die Wiege gelegt bekommen haben, unser Immunsystem. Dem man durch eine kleine Impfung beibringen kann, sich gegen diese Viren zu wehren. (Du musst also nicht mühsam lernen dein Gehirn beizubringen, wie es deinem Immunsystem beibringen soll, wie es sich wehren soll. Vor allem wie soll das gehen, wenn dein Gehirn gar keine Ahnung davon hat, wie diese Viren aussehen, damit es deinem Immunsystem erzählt, gegen was es ankämpfen soll.)

Das waren jetzt zwei Krankheitsarten mit denen ich versucht habe darzustellen, wie Ärzte arbeiten und dass sie keineswegs nur an Symptomen rumdoktern. Aber dass sie oft keine andere Möglichkeit haben. Denn wer z.B. riskiert sein Immunsystem nicht durch eine Impfung zu schulen sondern durch eine Ansteckung. Riskiert dass das Verhältnis zwischen Keimen und Immunsystem im Ungleichgewicht steht. Riskiert also dass man mehrere Symptome mit härteren Verlaufsfolgen kassiert. Und wer dann nur Kügelchen zu sich nimmt. Kügelchen die angeblich irgendwelche Informationen weiter geben sollen. Informationen von einem Ausgangsstoff der so weit verschüttelt wurde mit Wasser, dass man kein Molekül mehr davon darin findet. Und vorallem dann noch die Frage: „Was soll z.B. die Information von z.B. Silicea (Kieselerde) deinem Körper mitteilen?“
Der kann gerne mit den Schmerzen und anderen Symptomen vor sich hinsiechen (Ist ja ganz natürlich, wenn der Körper alles alleine regelt). Denn wenn er Glück hat, ist er nur von einer kleinen Infektionskrankheit betroffen. Und das Immunsystem wird es bald schaffen, dass derjenige auch bald wieder gesund ist.
Schwierig wird es für das Immunsystem nur bei den großen Infektionskrankheiten, Krankheiten an denen man tatsächlich auch sterben kann!
Kurz, wer sich als Laie mit den Themen ein bisschen auseinandersetzt merkt schnell was möglich ist und was nicht. Und das weder Arzt noch alternativ Heiler, zaubern können. Letztendlich arbeiten beide mit dem Selben. Dem Immunsystem. Großer Unterschied ist einfach, was wer noch zusätzlich einem anbieten kann. Und da wir gesehen haben, dass es einfach schon bei zwei Krankheiten so viel gibt, denke ich dass man mit kleinen Kursen dies Wissen nicht im vollen Umfang lernen kann. Selbst ein Arzt kann das nicht alles lernen. Deswegen spezialisiert sich ja jeder auf ein Thema.

Was ich durchaus schon sehe ist, dass Menschen schneller gesund werden, wenn es ihnen gut geht. Kurz ich will auf den ganzheitlichen Ansatz eingehen. Wir alle wissen, dass wir durch Lachen oder durch Ruhe oder durch Zuwendung uns schnell wieder besser fühlen. Und vor allem bei sehr schweren Krankheiten, fehlt einem die Kraft, dies aus eigenem Antrieb zu tun. Es tut gut, von außen dies zu bekommen. Aber eins ist nicht richtig. Dies von einem Arzt einzufordern. Denn ich sehe es nicht in seinem Aufgaben gebiet. Im Krankenhaus übernimmt die Pflege, die Schwestern. Die Schwestern sorgen, soweit es ihnen möglich ist, für die Zuwendung, ein Lächeln, ein Ohr oder die Ruhe. Wenn wir uns darüber ärgern wollen, dass dies zu wenig passiert, sollten wir mit den Pflegern auf die Demonstrationen gehen (z.B. Pflege am Boden), die immer wieder stattfinden. Aber Pfleger können dies nicht allein schaffen. Deswegen beziehen sie jemanden mit ein. Und zwar Familienmitglieder. Und hier sind wir da, worauf ich hinaus wollte. Der Arzt ist nicht dazu da um uns zu betätscheln. Er braucht den klaren Abstand, um auch richtig interagieren zu können. Wenn wir Aufmerksamkeit wollen, ist ganz klar, dafür die Familie verantwortlich.
Weil aber tatsächlich nicht immer die Familie da sein kann, z.B. in einem Hospiz oder in einem Altenheim. Werden hier auch oft Tiere eingesetzt um das Defizit an Zuwendung, Berührung, positiven Gefühl, Ruhe, Freude,… zu ersetzen. Wie gesagt, hierfür ist nicht der Arzt zuständig!
Vor allem sollte auch immer ein Arzt, Therapeut, Coach, Anwalt, …. Nicht auf einer Emotionalen Ebene mit einem Verbunden sein. Denn hier ist die Gefahr, dass derjenige einen seelisch ausnutzt oder sogar manipuliert viel zu groß!
Deswegen sind in meinen Augen, Ärzte nur dann seriös, wenn sie einen gewissen emotionalen Abstand zu einem haben.

Und noch ein Aspekt zur Ganzheitlichkeit. Wo sind die alternativen Heiler ganzheitlich? Nur weil sie zu hören und einem das Gefühl von Heilung vermitteln? Was definitiv bei den alternativen Heilern fehlt ist eine ordentliche Schmerztherapie. Darauf folgt, dass sie nicht manuell eingreifen können. Z.B. operieren können. Sie haben nicht die Technik um z.B. einen Krebs sichtbar zu machen und diagnostizieren zu können. Und es fehlt an so einigen Ecken und Enden. Dennoch erlauben sie sich ganzheitlich zu nennen!

Eine Freundin meinte: „Warum gibt ein Arzt einem nach einer Krankheit, kein Mittel damit zum Beispiel die Darmflora wieder schneller gesund werden kann? Das wäre doch schon ein Schritt in eine Ganzheitliche Richtung.“ Im ersten Moment wusste ich nichts darauf zu sagen. Aber solche Diskussionen mit Heilpraktikeranwärterinnen sind eh schwer zu führen. Denn manchmal habe ich das Gefühl, in der Ausbildung werden sie geschult, wie man sich selbst und andere mit Totschlagargumenten davon überzeugt, dass das alles richtig ist. Dass man nicht zu Zweifeln beginnt. (Und sei es nur, dass die Schülerinnen sich untereinander so erziehen!)
Ich gehe mal davon aus, das ein Arzt meistens einem hier nichts gibt, weil der Körper ohne Probleme diese Mikroorganismen, die er braucht, aus seinem Umfeld zu sich nimmt. Wobei ich weiß, dass ich bei langen Durchfallerkrankungen bei meinen Kindern, durchaus da was von meinem Arzt bekommen habe. Aber er sah damals nicht sehr überzeugt von dem Zeug aus. Wahrscheinlich weil der Nutzen-Kostenfaktor da nicht 100% geklärt ist. Genaues kann ich aber dazu nicht sagen.

So es gäbe noch so einige Krankheitsbilder auf die ich eingehen könnte. Aber wenn man auf alle eingehen möchte, sollte man vielleicht wirklich ein Medizinstudium in Erwägung ziehen. Kurz umreißen möchte ich noch Krankheiten, die man einfach nicht heilen kann aber mit ihnen gut leben kann. Z.B. ADHS, Autismus, Diabetes oder andere Stoffwechselkrankheiten. Ja, man kann sie nicht heilen, und ja man kann unterstützend mit den fehlenden Stoffen helfen (z.B. Insulin, kennst du einen alternativ Heiler der dir Insulin geben kann? Oder nenne mir einen der einen von Diabetes geheilt hat.) Aber manchmal kann man auch durch eine spezielle Diät das Problem in den Griff bekommen. (z.B. Zöliakie und leichtes Diabetes) Zusätzlich kann man z.B. bei ADHS oder Autismus eine Therapie machen, in der man lernt mit seiner Krankheit umgehen zu können. Es gibt also auch hier viele Möglichkeiten wie ein Arzt einem helfen kann, auch wenn er einen noch nicht heilen kann. Vielleicht wird aber irgendwann etwas entdeckt. Aber um etwas entdecken zu können, muss weiter geforscht werden. Und um erfolgreich zu forschen, braucht es eine Gesellschaft die so was fördert und nicht gegen Forschung ist.
Aber wie schon gesagt, alle Möglichkeiten die ein Arzt hat, hier aufzuzählen wäre viel zu komplex.
Ich hoffe ich konnte dennoch so ein kleines Bild von dem darstellen, was Ärzte wirklich können. Wie sie dennoch, trotz der häufigen „nur“ Symptomatik Behandlung, uns sehr gut helfen können. Warum sie in den meisten fällen eben nur Symptome behandeln können. Oder welche Werkzeuge sie zusätzlich zur Verfügung haben.

Ich hoffe, unsere Gesellschaft lernt wieder zu schätzen, was für einen großen Schatz wir hier haben. Und wir fördern weiter die Erforschung und Testung der Medikamente, Impfungen, Technik und, und, und.

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